Begriffe und Methoden
Integrative Medizin
Die Integrative Medizin verbindet konventionelle und komplementäre Verfahren zu einem individuellen Therapiekonzept und berücksichtigt biologische, psychologische, soziale und spirituelle Aspekte.
Die Integrative Medizin kombiniert Therapieverfahren der konventionellen Medizin und der Komplementärmedizin und berücksichtigt dabei biologische, psychologische, soziale und spirituelle Aspekte von Gesundheit und Krankheit (PubMed, MeSH-Datenbank, 2009).
Der Begriff „Integrative Medizin“ geht über den Begriff „Komplementärmedizin“ hinaus, da er den Prozess der Integration komplementärmedizinischer und schulmedizinischer Methoden in ein individuelles, für den Patienten optimales Therapiekonzept beschreibt – sozusagen das „Beste aus zwei Welten“ zur Förderung der Genesung und des Wohlergehens des Patienten.
Von Integrativer Medizin spricht man, wenn konventionelle und komplementäre Konzepte bei Diagnose und Therapie miteinander kombiniert werden (Hubmann).
Weitere Aspekte der Integrativmedizin sind:
- die Integration naturwissenschaftlich fundierter Medizin, Komplementärmedizin und Erfahrungsheilkunde,
- die Berücksichtigung psychischer, sozialer und geistiger Aspekte,
- die Verbindung von Empirie und Theorie sowie von Theorie und Praxis,
- die Einbettung von Gesundheit und Krankheit in die Anforderungen der Umwelt,
- die Anerkennung der Tatsache, dass der Mensch nicht aus voneinander unabhängigen Teilen besteht, sondern aus funktioneller Sicht als komplexes, emergentes System zu betrachten ist (Marktl).
Das NCCAM in den USA verwendet den Begriff „Integrative Medizin“, wenn konventionelle Medizin und Verfahren der Komplementär- und Alternativmedizin (CAM) miteinander kombiniert werden. Dabei wird betont, dass es sich um CAM-Verfahren handelt, deren Wirksamkeit und Sicherheit nach wissenschaftlichen Kriterien belegt sind (NCCAM, 2007).
Der Begriff „Integrative Medizin“ geht somit über den der „Komplementärmedizin“ hinaus. Zwar kann auch Komplementärmedizin gemeinsam mit konventioneller Medizin eingesetzt werden, der Begriff „Integrative Medizin“ betont jedoch insbesondere den Prozess der Integration in die konventionelle Biomedizin sowie die Bedeutung von Wirksamkeit und Sicherheit. Die Verwendung dieser Bezeichnung kann daher bereits eine Anerkennung bestimmter vormals nicht anerkannter komplementärmedizinischer Verfahren und Mittel nahelegen.
Die Bezeichnung ist eng mit der wissenschaftlichen Forschung in diesem Bereich verbunden. Sie sollte daher nicht auf Praktiken und Mittel ausgeweitet werden, deren Wirksamkeit und Sicherheit nicht nach wissenschaftlichen Kriterien nachgewiesen wurden. Ebenso sollte sie nicht einfach als Ersatz für die Begriffe „alternative Medizin“ oder „Komplementärmedizin“ beziehungsweise „komplementäre Verfahren“ verwendet werden.
