Begriffe und Methoden
Neurofeedback
Neurofeedback ist eine spezielle Form des Biofeedbacks, bei der die elektrische Hirnaktivität gemessen und in Echtzeit rückgemeldet wird, um deren Selbstregulation zu trainieren.
Neurofeedback umfasst verschiedene Methoden, deren Grundlage die Messung der elektrischen Hirnaktivität mittels Elektroenzephalogramm (EEG) bildet. Ein Computer erfasst die Hirnströme in Echtzeit und stellt sie auf einem Bildschirm beispielsweise in Form von Kurven dar. Durch die visuelle Rückmeldung können die gemessenen Hirnaktivitäten bewusst wahrgenommen werden.
Methode und Anwendung
Mithilfe gezielter Übungen soll erlernt werden, die Intensität und Frequenz der Gehirnwellen selbst zu regulieren und die Hirnaktivität in eine gewünschte Richtung zu beeinflussen. Neurofeedback zielt unter anderem darauf ab, bestimmte Gehirnwellenmuster zu verstärken und eine Verlangsamung der Hirnströme zu reduzieren oder zu beseitigen. Dadurch sollen die damit verbundenen Symptome vermindert oder beseitigt werden.
Eine spezielle Form des Neurofeedbacks ist das Infra-Low-Frequency-Training (ILF-Training) nach dem Othmer-Verfahren. Es wurde in den 1980er-Jahren von der Hirnphysiologin Susan Othmer und dem Physiker Siegfried Othmer entwickelt. Bei dieser Methode werden besonders niedrige Frequenzbereiche der Hirnaktivität berücksichtigt. Die gemessenen Signale werden ausgewertet und als Rückmeldung genutzt, um die Selbstregulation der Hirnaktivität zu trainieren. Das Verfahren wird unter anderem im Zusammenhang mit Beschwerden wie Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) und Depressionen angewendet.
Indikationen
Neurofeedback wird unter anderem bei Angststörungen, Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS), Autismus, Depressionen, Epilepsie, Lernstörungen, Migräne und Kopfschmerzen, Schizophrenie, Schlafstörungen, nach Schlaganfällen sowie bei Suchterkrankungen und Tic-Störungen einschließlich des Tourette-Syndroms eingesetzt.
Vertiefung
